COVID & KLIMA – Vermeidbare Gesundheitskrisen?

Mit: Stephanie Sebastiampillai, Medizinstudentin & Gesundheitsaktivistin gegen die Klimakrise

Die Klimakrise und die Coronakrise sind beides Menschengemachte Desaster… und vermeidbar. Corona ist, seit der Spanischen Grippe, die sechste globale Gesundheitskrise. An Gemeinsamkeit haben sie, dass es Erkrankungen sind, die von Wildtieren auf Zwischentiere übertragen werden, dort mutieren und zu Menschen übergehen. Dies ist schon immer passiert, allerdings vermehren sich diese Formen in den letzten Jahrzehnten, da Mensch und Tier immer enger zusammenrücken müssen. Um den menschlichen steigenden Konsumverlangen Beispielsweise von Fleisch zu befriedigen, werden Ökosysteme und somit Lebensräume von Tieren zerstört. Dies ist eine rasante Beschleunigung für Virusmutationen. Wissenschaftler*innen warnen deshalb, bei einem weiter so wird dies nicht die letzte Pandemie gewesen sein. Genauso wie wir wissen das Corona keine abgekapselte Gesundheitskrise ist, ist auch die Klimakrise nicht nur eine ökologische. Die Klimakrise wird die größte Gesundheitsgefahr im 21 Jahrhundert werden. Was können wir also von der Corona Krise lernen? Welche Fehler sollten sich nicht wiederholen und welche Maßnahmen können wir global für mehr soziale Gerechtigkeit ergreifen? Lernt mehr in unserem Erklär-Video mit Stephanie Sebastiampillai.

Die Videos sind gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Für den Inhalt dieser Publikation ist allein Institut of environmental justice e.V. verantwortlich; die hier dargestellte Position geben nicht den Standpunkt von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder.

Ein See, von dem 40 Millionen Menschen abhängen

In Uganda versuchen Aktivistinnen von Fridays for Future mit Sammelaktionen gegen die Plastikvermüllung des Victoriasees zu kämpfen. Von Politik und Unternehmen fordern sie nachhaltige Lösungen für die Klima- und Umweltkrise.

Geschrieben von Hilda Flavia Nakabuye

Veröffentlicht auch auf klimareporter.de

Mein Zuhause ist einer der Anrainer des größten Sees Afrikas und des zweitgrößten Frischwassersees der Welt, des Victoriasees.

Dieser Name wurde ihm von einem Europäer gegeben, der meinte, ihn entdeckt zu haben. Die hier lebenden Menschen nennen ihn aber anders: Nalubaale, Nam Lolwe oder Ukerewe.

Er ist umgeben von drei ostafrikanischen Ländern: Uganda, Tansania und Kenia. Der Nalubaale ist außerdem die Quelle des längsten Flusses der Welt: des Nils, der Millionen von Menschen ernährt.

Mit seinen über 100 Inseln ist das Ökosystem des Sees das Zuhause von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten.

Dieses Jahr haben wir einen Anstieg des Wasserspiegels des Sees um mehr als 13 Meter erlebt, verursacht durch die ständigen Regenfälle, die es bei uns seit Oktober 2019 gibt.

Die Klimakrise und weitere von Menschen verursachte Probleme wie Vermüllung, Überfischung, Sandgewinnung, Plastikverschmutzung, Entsorgung von Industriemüll, menschliches Eingreifen an See- und Flussufern und in Sumpfgebieten führten zur Verschlechterung der Wasserqualität des Nalubaale und zur allmählichen Verfärbung des Wassers von blau zu grün.

Angesichts dieser Probleme haben wir uns dazu entschlossen, für den Erhalt des Sees zu kämpfen. Auf dem Spiel steht viel: 40 Millionen Menschen hängen von ihm ab.

Das Problem heißt Plastik

In Uganda werden viele Umweltgesetze nicht angewendet oder durchgesetzt. So ist einer der Hauptgründe für Umweltverschmutzung in Uganda die unkontrollierte Nutzung und Entsorgung von Plastik.

Um die 600 Tonnen Plastikmüll fallen in Uganda jeden Tag an. Recycelt wird in Uganda weniger als fünf Prozent des Plastiks.

Ist das Plastik einmal in die Natur gelangt, kann es an die 500 Jahre dauern, bis es komplett zersetzt ist. Es landet in Seen, Feuchtgebieten, Gärten und Abwassersystemen und ist dort eine Gefahr für das Wasser und das Leben darin. Letztendlich beeinträchtigt die Vermüllung auch die Qualität der Böden und damit die Landwirtschaft.

Uganda ist auch ein Land für Investoren, um hier Plastik zu produzieren, ohne irgendwelche Vorschriften beachten zu müssen. Ein weiteres Problem: Menschen verbrennen Plastik, was giftige Chemikalien freisetzt und Atemwegsprobleme verursacht.

Eine Studie zeigt, dass 14 Prozent der Kinder zwischen acht und 14 Jahren, die in Ugandas Hauptstadt Kampala leben, bronchiales Asthma haben. Neben den Abgasen aus Verkehr und Industrie ist auch der falsche Umgang mit dem Plastikmüll eine Ursache für Luftverschmutzung.

Dieser Kampf gegen Plastik ist nun unserer, und wir müssen ihn austragen. Wir müssen unseren Verstand benutzen, als Regierung, als Unternehmen, als Einzelne, und die nachhaltigen Lösungen, die es gibt, anpacken. Das ist der einzige Weg, wie wir die Plastikverschmutzung beenden können.

Selber machen und Bildungsarbeit leisten

Um die Situation in den Griff zu bekommen, haben wir zunächst begonnen, uns selbst zu organisieren. Ich leite ein Team bei der Müllsammel-Aktion am Ufer des Nalubaale. Ich habe die Aktion initiiert, um unsere Wasserressourcen zu erhalten und die Plastikverschmutzung zu beenden.

Es begann als Kampagne für sauberes Wasser, aber schnell stellte sich heraus, dass wir noch mehr tun wollen. Wir begannen mit Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, um mehr Problembewusstsein zu schaffen. Bei lokalen und See-nahen Gemeinschaften bieten wir Weiterbildungen über die Auswirkungen der Klimakrise oder der Plastikvermüllung an.

Wir versuchen sie für die Notwendigkeit zu sensibilisieren, die Wasserressourcen zu schützen. Manche dieser Veranstaltungen finden zusammen mit einer Müllsammelaktion am See statt. Zu dem Müll, den wir aus dem Wasser holen, gehört Plastikmüll, Biomüll und Glasmüll. Wir entsorgen ihn dann in die richtigen Kanäle.

Wir hoffen, unsere Müllsammelaktionen am Seeufer zu einem Projekt erweitern zu können, das Trainings für die örtliche Bevölkerung und für Graswurzelgruppen anbietet. Unser Ziel sind Lösungen, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch funktionieren.

Ein Beispiel ist die Herstellung umweltfreundlicher Energie-Briketts aus dem gesammelten Biomüll, ein anderes ist Plastik-Recycling, um Dinge wie Plastikziegel oder Wassertanks herzustellen.

Plastikmüll und Klimakrise gehören zusammen

Plastik besteht zu 99 Prozent aus fossilen Rohstoffen. Die steigende Produktion und der hohe Konsum sind auch Treiber der Klimakrise und können verhindern, dass wir die nötige Begrenzung der globalen Erhitzung bei 1,5 Grad schaffen.

Die negativen Effekte der Plastikvermüllung und der Klimakrise verstärken sich gegenseitig, setzen unsere Ökosysteme unter Druck und bedrohen unsere Wasserqualität.

Unsere Forderung an Politik und Wirtschaft ist, dass jene, die jetzt Führungspositionen innehaben, ihrer Verantwortung gerecht werden. Sie müssen selbstlose und nachhaltige Lösungen umsetzen und für Klimagerechtigkeit einstehen.

Dazu gehören konkrete Schritte, beispielsweise in der Plastikproduktion oder bei der Umweltgesetzgebung, die zu einer nachhaltigen Veränderung der Wirtschaft führen.

Der Bildungsartikel ist gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Für den Inhalt dieser Publikation ist allein Institut of environmental justice e.V. verantwortlich; die hier dargestellte Position geben nicht den Standpunkt von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der anderen Förderer wieder.

++ Konferenz Klimagerechtigkeit & Feminismus ++

Freitag, 11. Dez – Samstag, 12 Dez (Programm siehe unten und ausführlich auf https://climatefeminism.org/programm)

Ohne die Gleichberechtigung aller Geschlechter und ein Ende von Strukturen die unterdrücken, werden wir die Klimakrise nicht aufhalten können. Auf unserer Konferenz „Klimagerechtigkeit & Feminismus“ wollen wir den Perspektiven und Forderungen von Frauen* aus den Ländern des globalen Südens zuhören und gemeinsam diskutieren, wie wir unseren Streit für Klima- und Umweltschutz verbinden mit unserem queerfeministischen Streit für Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit und Antirassismus, um eine bessere… eine solidarische Weltgemeinschaft aufzubauen.

Weiterlesen „++ Konferenz Klimagerechtigkeit & Feminismus ++“

Klimagerecht Leben – Nachrichten aus Ecuador

Welche Auswirkungen hat die #Klimakrise in Ecuador, einem Land mit Amazonasregenwald, hohen Andengebirge und pazifischer Meeresküste? Wie passen sich die Menschen dort an, welche Lösungen haben sie mit Blick auf nachhaltiger Wirtschaft und was sind ihre Forderungen? Es folgt eine Serie mit Videobotschaften aus Ecuador:

1) Mit: Mario Shiguango, Wiñak Der Kichwa Kleinbauernverband produziert und Vermarktet seid 10 Jahren nachhaltig angebauten Tee.

2) Ana Karina Andrade, Expertin für Klimawandel im Projekt „Klima intelligente Landwirtschaft in Kakao-Agroforstsystemen in Ecuador“

3) María José Tapia, Lokalregierung von Misahuallí über Klimaanpassungen aufgrund stärker werdender Überflutungen der Amazonas Flüsse

4) Analyse der Umweltgeografin Paola Caiminagua, Mitglied der Feuerwehr Quito über die erhöhte Waldbrandgefahr aufgrund der Klimakrise und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen

5) Aracely Tapia, Expertin klimafreundliche Viehhaltung. Für eine klimafreundliche Tierhaltung sind eine Mischung aus Grasflächen und Bäumen wichtig.

6) María Isabel, Soziologin und ökofeministische Aktivistin über Gleichberechtigung von Frauen in Ecuador mit Blick auf nachhaltige Entwicklung

7) Francisco Cerda, Kichwa aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet & Produzent von einheimischer Vanille in der Region.

8) Santiago Verdesoto, Geograph & Gletscher Experte über die Gletscherschmelze und Trinkwasserversorgung in den Alden.

9) Santiago García, Biologe in Ecuador Die Klimakrise stellt eine große Bedrohung für den Artenschutz dar. Die Ökozonen verschieben sich und damit auch der Lebensraum von Tier und Pflanzenarten.

10) Fabián Echeverría, aus dem Dorf Pesillo, Kanton Cayambe in der Provinz Pichincha, Ecuador. Er muss seine Landwirtschaftliche Produktion auf die Klimakrise umstellen.

11) Maria Auxiliadora Merizalde, Ozeanographin, & Expertin für Mangroven „Die Ökosystemleistungen, die die Mangrove uns bietet, sind unterschiedlicher Art.“ Deshalb müssen sie besser geschützt werden.

12) Estebancio Castro Díaz, Indigener Vertreter vom Volk der Kuna, Panamá „Was für die indigenen Gemeinschaften der Kuna wirklich schwierig geworden ist, sind die Fischerei und traditionale Landwirtschaft der Kuna, die sie in jeder ihrer Dörfer gemäß den Jahreszeiten praktizieren.“

13) Yanua Vargas, Indigene Vertreterin vom Volk der Shua „Ich werde erzählen, wie wir hier in Amazonien vom Klimawandel betroffen sind. Wir können Temperaturschwankungen, sehr starke Hitze und auch starke Regenfälle spüren.“

14) Tsanda Yumbo, Indigener Vertreter der A’i Cofán über die Forderungen der indigenen Bevölkerung nach Schutz der Wälder und Umwelt in Ecaudor Amazonien

Die Videos sind gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Für den Inhalt dieser Publikation ist allein Institut of environmental justice e.V. verantwortlich; die hier dargestellte Position geben nicht den Standpunkt von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder

Climate Justice – One Struggle, One fight!

Climate justice – behind this lies the longing for a different, solidary world community. One in which neither man nor nature are exploited and we distribute the wealth of our earth fairly. A future without climate catastrophe and without the patriarchal and colonial stink of the last centuries. „System change not climate change“ can therefore be read on so many signs of the FridaysForFuture strikes. What exactly is behind them and which visions are behind the demand „Climate Justice Now“, we want to discuss together with our guests Tonny Nowshin, Marinel Sumook, Hilda Flavia Nakabuye and Peter Donatus.

Marinel Sumook Ubaldo is a global youth activist from the Philippines. After she survived the super typhoon Haiyan 2013, she decided to become a climate activist. She is campaign coordinator for Ecological Justice at Living Laudato Si Philippines and one of the founders of the Youth Leaders Enviromental Action Federation. – Marinels Petition: https://www.greenpeace.org/philippine…

Hilda Flavia Nakabuye is an environmental and climate justice activist. She co-founded FridaysForFuture Uganda and works for gender justice and anti-racism in the climate movement.

Tonny Nowshin is an economist and Degrowth & climate justice activist. Currently she is organizing a campaign to save the Sunderbans in Bangladesh. – Tonny’s petition: https://www.change.org/fichtner

Peter Donatus is a freelance journalist, human rights activist and environmental activist. Currently he is also the chairman of Pay Day Africa International. – Peter’s petition: http://chng.it/6RJtFNnQRQ

This event was part of the public climate school in the winter semester 2020. The Public Climate School (PCS) 3.0 is an open university for all people who want to learn more about climate justice. We show how a timetable could look like that makes utopias and visions possible. Scientists* and experts* from a wide range of disciplines organize exciting lectures, discussions and workshops.

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.

AMAZONAS – Menschen und Wälder durch COVID19 bedroht

Geschrieben von Bärbel Henneberger

Für die indigenen Gemeinschaften Amazoniens, deren über 500 Kulturen oft schon am Rande des Aussterbens stehen, stellt Covid-19 eine sehr ernst zu nehmende Bedrohung dar. Anfangs gab es im Amazonasgebiet kaum Covid-19-Fälle, im Herbst 2020 aber steigen die Infektionszahlen aufgrund fehlenden Wissens über das Virus und seiner Übertragungswege an. In vielen ländlichen Gemeinden gibt es wenige Informationen über die Pandemie und über die Gefahr, die von dem Virus ausgeht, geschweige denn über Biosicherheitsmaßnahmen.

Auch haben die örtlichen Gesundheitszentren keine medizinischen Bestände, mit denen sie auf die steigende Anzahl an Covid-19-Fällen reagieren könnten, und staatliche Behörden sind oft überfordert. Ein Großteil der Bewohner*innen Amazoniens greift zur Behandlung von Covid-19 nur auf Naturmedizin zurück.

Am 6. Oktober 2020 waren 65.971 Indigene in Amazonien infiziert, von denen 1989 an Covid-19 verstorben sind.[1] Vor allem indigene Kulturen mit geringer Bevölkerungszahl sind schwer betroffen, da hier der Tod eines Älteren das Aussterben einer Kultur beschleunigen kann. Und was die Auswirkungen einer möglichen Ansteckung von nicht oder kaum kontaktierten Gemeinschaften sein können, ist gar nicht absehbar.

Die indigenen Gemeinschaften sind dabei nicht nur in ihrer Gesundheit, sondern auch in der Ausübung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten stark beeinträchtigt, da sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Feldfrüchte auf den lokalen Märkten zu verkaufen.

Mangelnde Umweltkontrollen in den Amazonas-Staaten haben außerdem zu einem Anstieg von illegalen Baumfällungen und Goldschürfen geführt, durch welches wiederum die Ansteckraten mit Covid-19 in den Dörfern ansteigt, da Personen von außerhalb in die indigenen Territorien eindringen.

Elcio Toya Machineri, indigener Repräsentant aus dem brasilianischen Amazonasgebiet, stellt außerdem fest, dass die Ausbreitung von Covid-19 und die damit verbundenen abnehmenden Umweltkontrollen dieses Jahr auch weiter zu den immer häufiger schwelenden Buschfeuern in Brasilien beigetragen haben.

Indigene Vertreter*innen des Amazonas-Gebietes fordern deshalb von ihren Staaten, dass Covid-19-Maßnahmen in Amazonien mit den indigenen Gemeinschaften koordiniert werden und dass Bewohner*innen der Territorien Fortbildungen zum Virus, Übertragungswegen und Schutzmaßmahnen erhalten. Auch verlangen sie, dass respektiert werden soll, wenn indigene Territorien die Einreise von Personen von außerhalb verbieten, um so die Ansteckungsgefahr zu verringern. Auf lange Sicht planen sie, die Ernährungssicherheit in den Territorien zu stärken, um so unabhängiger von den Städten zu werden. Dabei suchen sie auch nach Möglichkeiten, die generelle Gesundheitsversorgung in den Territorien zu verbessern.


[1] Coordinadora de las organizaciones indígenas de la cuenca amazónica. Impacto del Covid-19 en los pueblos indígenas de la cuenca amazónica; 6.10.2020; bit.ly/Covid19CuencaAmazonica

Der Bildungsartikel ist gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Für den Inhalt dieser Publikation ist allein Institut of environmental justice e.V. verantwortlich; die hier dargestellte Position geben nicht den Standpunkt von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der anderen Förderer wieder.

Degrowth & Climate Justice – Gerechte Wirtschafts- und Klimapolitik

Mit Tonny Nowshin, Climate Justice and Degrowth Activist, Economist

„Wir brauchen ein anderes Wirtschaftssystem, um die Klimakrise aufzuhalten, da es genau das aktuelle Wirtschaftssystem ist, dass uns in die Krise geführt hat. Profit war und ist wichtiger als die Bedürfnisse von Menschen und unserer Erde… Wir erlauben dass die Interessen von Konzernen wichtiger sind als die der Menschen.“ Erklärt Tonny Nowshin und fordert deshalb ein neues Wirtschaftssystem ein, dass auf „Degrowth“ basiert. Was ist „Degrowth? „Es gibt einen Zwang, eine Besessenheit nach wirtschaftlichem Wachstume. Regierungen beurteilen ihren Erfolg danach, ob die Wirtschaft wächst. Degrowth hinterfragt genau diese Besessenheit nach Wachstum. Ob es einer Wirtschaft und Gesellschaft gut geht, sollte unabhängig vom Wachstum betrachtet werden. Wir müssen danach gehen, ob es den Menschen wirklich gut geht. Ob sie glücklich sind, ob sie ein gutes Leben führen können und ob dieses geschützt ist. Gleichzeitig sagt Degrowth: Auf einem Planeten mit ökologischen Grenzen, können wir nicht ins unendliche Wachsen.“ Lerne mehr von Tonny über Degrowth in diesem Erklärvideo!

Die Videos sind gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Für den Inhalt dieser Publikation ist allein Institut of environmental justice e.V. verantwortlich; die hier dargestellte Position geben nicht den Standpunkt von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder.

Klimagerechtigkeit & Feminismus – One Struggle, One Fight!

Eine gemeinsame Veranstaltung von Fridays For Future Köln und dem Institute of environmental justice e.V.

Am Donnerstag, 22.Oktober, ab 19 h

Aufgrund von Corona wird die Veranstaltung Onliner erfolgen. Anmelden geht unter instituteofenvironmentaljustice@posteo.net

Mit der Erhitzung unserer Atmosphäre um mehr als ein Grad ist die Klimakrise in vielen Regionen der Welt bereits grausame Realität geworden. Dürren, Stürme, Waldbrände und steigende Meeresspiegel bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen und verschärfen bestehende Ungerechtigkeiten. Nur wenn wir jetzt endlich die Ursachen der Klimakrise verstehen und gerechte, entschlossene politische Antworten finden, können wir die Klimakatastrophe noch aufhalten.

An der vordersten Front im Kampf gegen die Klimakrise und die damit verbundenen Ungerechtigkeiten sind besonders viele Frauen* zu finden. Ohne ihr Engagement gäbe es keine Bewegung für Klimagerechtigkeit – Für ein gutes Leben für alle. Die zentralen Entscheidungen über Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen sowie über die ökologisch-soziale Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft, werden aber weiterhin von einem kleinen primär weißen, reichen und männlichen Teil der Weltbevölkerung, getroffen.

Während diese auch mehrheitlich zu den Verursachern der Klimakrise zählen, sind es Frauen* in den Ländern des globalen Südens, die als erstes und am stärksten von der Klimakrise betroffen sind: Aufgrund ihrer Stellung innerhalb von Gesellschaft und Familie, die einen geringeren Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung und Erwerbsarbeit bedeutet und ihnen den Großteil der Care-Arbeit aufbürdet. Gleichzeitig sind es diese Frauen*, die mit viel Stärke und Mut Veränderungen in ihren Gemeinden durchsetzen und international mit lauter Stimme für Klimagerechtigkeit streiten. Frauen* müssen gleichberechtigt in allen Entscheidungsstrukturen, von lokaler bis globaler Ebene beteiligt werden, nicht nur weil sie am stärksten Betroffen sind, sondern weil sie über Kompetenzen, Wissen und Erfahrungen verfügen, ohne die wir die Klimakrise nicht aufhalten werden können.

Mit unserer Veranstaltung „Klimagerechtigkeit & Feminismus“ wollen wir unseren Streit für Klima- und Umweltschutz verbinden mit unserem queer-feministischen Streit für Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit und Antirassismus, um gemeinsam eine bessere, solidarische Weltgemeinschaft aufzubauen.

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.

Klimagerechtigkeit & Feminismus – One Struggle, One Fight!

Eine gemeinsame Veranstaltung der Grünen Jugend Köln und dem Institute of environmental justice e.V.

Am Mittwoch, 21.Oktober, ab 19 h

Aufgrund von Corona wird die Veranstaltung Onliner erfolgen. Anmelden geht unter instituteofenvironmentaljustice@posteo.net

Mit der Erhitzung unserer Atmosphäre um mehr als ein Grad ist die Klimakrise in vielen Regionen der Welt bereits grausame Realität geworden. Dürren, Stürme, Waldbrände und steigende Meeresspiegel bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen und verschärfen bestehende Ungerechtigkeiten. Nur wenn wir jetzt endlich die Ursachen der Klimakrise verstehen und gerechte, entschlossene politische Antworten finden, können wir die Klimakatastrophe noch aufhalten.

An der vordersten Front im Kampf gegen die Klimakrise und die damit verbundenen Ungerechtigkeiten sind besonders viele Frauen* zu finden. Ohne ihr Engagement gäbe es keine Bewegung für Klimagerechtigkeit – Für ein gutes Leben für alle. Die zentralen Entscheidungen über Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen sowie über die ökologisch-soziale Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft, werden aber weiterhin von einem kleinen primär weißen, reichen und männlichen Teil der Weltbevölkerung, getroffen.

Während diese auch mehrheitlich zu den Verursachern der Klimakrise zählen, sind es Frauen* in den Ländern des globalen Südens, die als erstes und am stärksten von der Klimakrise betroffen sind: Aufgrund ihrer Stellung innerhalb von Gesellschaft und Familie, die einen geringeren Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung und Erwerbsarbeit bedeutet und ihnen den Großteil der Care-Arbeit aufbürdet. Gleichzeitig sind es diese Frauen*, die mit viel Stärke und Mut Veränderungen in ihren Gemeinden durchsetzen und international mit lauter Stimme für Klimagerechtigkeit streiten. Frauen* müssen gleichberechtigt in allen Entscheidungsstrukturen, von lokaler bis globaler Ebene beteiligt werden, nicht nur weil sie am stärksten Betroffen sind, sondern weil sie über Kompetenzen, Wissen und Erfahrungen verfügen, ohne die wir die Klimakrise nicht aufhalten werden können.

Mit unserer Veranstaltung „Klimagerechtigkeit & Feminismus“ wollen wir unseren Streit für Klima- und Umweltschutz verbinden mit unserem queer-feministischen Streit für Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit und Antirassismus, um gemeinsam eine bessere, solidarische Weltgemeinschaft aufzubauen.

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.