Erstes Webinar 2020: EINSTIEG IN DIE KLIMAGERECHTIGKEIT

Alles redet von „Climate Justice“ und Klimagerechtigkeit, nur was ist das? Erfolgreicher Umwelt- und Klimaschutz kommt ohne die Frage nach Klimagerechtigkeit nicht aus. Die Staaten des Globalen Nordens sind größtenteils für die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen im Globalen Süden verantwortlich. Dürren, Wetterkatastrophen, Überschwemmungen und der Anstieg des Meeresspiegels sind spürbare Folgen des in den industriellen Staaten gelebten Wohlstands. Doch wer trägt die Verantwortung für diese verheerenden Auswirkungen?

Mit:  Julia Pesch, Expertin für BNE und umweltbezogene Gerechtigkeitsfragen und Anton Jaekel, ehmaliges Mitglied im GJ Bundesvorstand und Klimagerechtigkeitsaktivist.

Auf dem Online-Klimagerechtigkeits Kongress der Grünen Jugend NRW

Hier gehts zur Anmeldung.

Webinar: NO CLIMATE JUSTICE WITHOUT GENDER JUSTICE! – FEMINISTISCHE PERSPEKTIVEN AUF KLIMAGERECHTIGKEIT

Wir sind mit gleich zwei Webinaren auf dem Frühjahrskongress der GRÜNEN JUGEND. 

Am 17. April von 16 bis 18 h und am 19.April von 13 bis 15 h

Webinar Beschreibung: Nicht zufällig sind es besonders Frauen*, die global an vorderster Front der Klimabewegung zu finden sind, die Bürgerinitiativen starten, auf Demos oder auf den UN-Klimakonferenzen laut ihre Stimme erheben. Die Klimakrise aufzuhalten und eine „bessere Welt“ aufzubauen bedeutet einzufordern endlich gleichberechtigt über unser aller Zukunft entscheiden zu können.

Auch sind es Frauen* in den Ländern des globalen Südens, die als erstes und am stärksten von der Klimakrise betroffen sind. Nicht weil sie „schwächer“ sind als Männer, sonders aufgrund ihrer Stellung innerhalb von Gesellschaft und Familie, die einen geringeren Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung oder Erwerbsarbeit bedeutet.

Die globale Bewegung für Klimagerechtigkeit – Für ein gutes Leben für alle – ist unteilbar verknüpft mit der Bewegung für die Gleichberechtigung der Frauen*. Im Workshop beschäftigen wir uns mit den Zusammenhängen zwischen Klimakrise und Patriarchat und diskutieren die Potenziale feministische und ökologische Kämpfe zu verbinden.

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.

Lernvideo Klimagerechtigkeit und Feminismus – Am Beispiel von Frauen in ländlichen Regionen Südafrikas

Die Klimakrise verschärft die Situation von Menschen, die bereits in Armut sowie direkt abhängig von der Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen (wie Wasser) und funktionierender Ökosysteme sind. „Die Klimakrise ist direkt vor ihrer Haustüre“ erzählt Ndivile Mokoena von ihren Erlebnissen in den ländlichen Regionen Südafrikas. Dürren verursachen das Flüsse und Staudämme austrocknen, Wasser rationiert werden muss. Dies habe besondere Auswirkung auf Frauen, da sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung zuständig seien für die Organisation von Wasser und das Kochen für ihre Familien. Viele seien auch abhängig von ihrer eigenen Subsistenzlandwirtschaft, die von Dürren ebenfalls negativ betroffen sei.

Neben den Auswirkungen der Klimakrise auf die Umwelt, gäbe es noch andere Probleme: „Es gibt Gesetze und Richtlinien, die auf die Klimakrise Antworten. Frauen werden aber nicht involviert. Entscheidungen werden für sie getroffen. Nicht mit ihnen. Die Konsultationen der Regierung sind nicht genug.“ Ndivile fordert deshalb: „Die Türen auf den UN-Klimakonferenzen zu öffnen, damit Menschen aus lokalen Gemeinden (besonders Frauen) partizipieren können. Sie mögen zwar von lokalen Gemeinden sein, über keinen hohen (technischen oder rechtswissenschaftlichen) Bildungsabschluss verfügen. Aber sie wissen was in ihrem eigenen Leben passiert und nutzen ihr traditionelles Wissen, um sich anzupassen.“

Ndivile Mokoena, arbeitet für Gender CC – Frauen für Klimagerechtigkeit in Südafrika

Hier geht’s zur Homepage von Gender CC https://gendercc.net/home.html

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Lernvideo Klimagerechtigkeit & die indigene Bevölkerung am Beispiel der Amazonas Region

In Brasilien brennt der Regenwald. Besonders betroffen ist die indigene Bevölkerung. Nara aus dem Volk der Baré kommt aus dem indigenen Gebiet des Oberen Rio Negro. Sie spricht in der Funktion als Hauptkoordinatorin der Coiab. Die Coiab ist die Koordinationsstelle der Organisationen der Indigenen des brasilianischen Amazonasgebietes, die alle neun Staaten der brasilianischen Amazonasregion umfasst. Sie berichtet von der Situation in Brasilien, von den Auswirkungen des Klimakrise und fordert eine soziale und ökologische Wirtschaftsweise. Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes.

„Ohne Frauen geht es nicht“

Der globale Streit für #Klimagerechtigkeit ist untrennbar mit der Forderung nach #Gleichberechtigung der Frauen.

Gemeinsam mit Hindou Oumarou Ibrahim haben wir für die Zeitung Freitag einen Gastbeitrag geschrieben.

Link: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/ohne-frauen-geht-es-nicht 

Frauen müssen auf allen politischen Entscheidungsebenen gleichberechtigt beteiligt werden, nicht nur weil sie zuerst sowie stärker von der Klimakrise betroffen sind als Männer, sondern weil sie Wissen und Kompetenzen mitbringen, die wir brauchen, um die Klimakrise aufzuhalten. Wir Frauen fordern, endlich gleichberechtigt an den Verhandlungstischen zu sitzen, die über unser aller Schicksal entscheiden – im Süden, im Norden und auf globaler Ebene.

Botschaften aus dem globalen Süden – Ndivile Mokoena

Frauen in den ländlichen Regionen des globalen Südens sind besonders stark von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen. Neben den Auswirkungen auf die Umwelt, wie Beispielweise Dürren, die die Landwirtschaft beeinträchtigen, gäbe es noch andere Probleme, sagt Ndivile Mokoena, die für Gender CC – Frauen für Klimagerechtigkeit in Südafrika arbeitet. „Es gibt Gesetze und Richtlinien, die auf die Klimakrise Antworten. Frauen werden aber nicht involviert. Entscheidungen werden für sie getroffen. Nicht mit ihnen. Die Konsultationen der Regierung sind nicht genug.“

Hier geht’s zur Homepage von Gender CC https://gendercc.net/home.html

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COP25 und Menschenrechte

ein Artikel von von Anton Jaekel

In einem vorherigen Artikel sind wir auf die enge Verknüpfung zwischen Klimapolitik, Klimakrise und Menschenrechten eingegangen. Dieser Artikel geht auf die Rolle von Menschenrechten auf der 25. Klimakonferenz, welche momentan in Madrid stattfindet, genauer ein. Insgesamt verteilen sich menschenrechtliche Aspekte auf diverse Aspekte Verhandlungen. Hier wird auf einige der zentralen eingegangen.

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Foto: Vertreter*innen der Indigenen, aus dem globalen Süden und von der Zivilgesellschaft versammeln sich auf der COP25 in Madrid.

Viele Verhandlungsaspekte dieser Klimakonferenz zielen auf die Implementierung des Pariser Klimavertrags ab. Aus menschenrechtlicher Perspektive gelang auf der 21. Weltklimakonferenz ein Meilenstein zur Verknüpfung von Menschenrechten mit dem internationalen Umweltvölkerrecht. So hält die Präambel des Abkommens fest, dass in „ die Vertragsparteien beim Vorgehen gegen Klimaänderungen ihre jeweiligen Verpflichtungen im Hinblick auf die Menschenrechte […] fördern und berücksichtigen“ sollen. In diesem Absatz finden sich darüber hinaus viele andere rechtebasierte Prinzipien wie das Recht auf Gesundheit, die Rechte indigener Bevölkerungen, von Migrant*innen, von Kindern oder die Stärkung der Rolle von Frauen*.

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Klimakrise und Klimapolitik – Menschenrechte und Klimagerechtigkeit

ein Artikel von von Anton Jaekel

Die Einhaltung und Ermöglichung von Menschenrechten können als moralischer Gradmesser politischen Handelns begriffen werden. Inzwischen ist allgemein bekannt, dass die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft, insbesondere des „Globalen Nordens“ zur Eingrenzung der Klimakrise bestenfalls als „ungenügend“ zu bezeichnen sind – die momentanen Ziele führen zu einer Erwärmung von weit mehr als 2,0°C, geschweige denn der Einhaltung der 1,5°C Grenze. Schon in der Verteilung von durch die Klimakrise entstehenden Lasten spiegeln sich massive Ungerechtigkeiten wieder. Insbesondere marginalisierte Gruppen wie Frauen, Kind, indigene Gemeinschaften oder Staaten des „Globalen Südens“ tragen diese Lasten.

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Foto: Indigenen Frauen protestieren auf der COP25 in Madrid

Noch klarer werden diese Ungerechtigkeiten, wenn Klimakrise und Klimapolitik unter der Linse von Menschenrechten beachtet werden. Schon jetzt führt die Klimakrise zu massiven Einschränkungen von Menschenrechten. Doch die Verknüpfung zwischen Klimakrise, Klimapolitik und Menschenrechten ist vielschichtiger und von mehr Synergien geprägt, als es zunächst den Anschein hat. Immer mehr Institutionen, beispielsweise CIEL, verweisen auf die enge Verknüpfung von Menschenrechten und Klimakrise. Sie finden sich in internationalen Verträgen, Gerichtsurteilen oder Perspektiven nationaler Menschenrechtsinstitutionen. In den letzten Jahren findet eine verstärkte Anerkennung dieser Verknüpfung statt, wie z.B. in Präambel des Pariser Klimavertrags.

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Botschaften aus dem globalen Süden – Isadora Cardoso

„Es ist wichtig das Frauen überall repräsentiert sind, denn wir wollen das unsere Gesellschaft in den Entscheidungsstrukturen reflektiert wird“ sagt Isadora Cardoso, Projektkoordinatorin bei Gender CC – Frauen für Klimagerechtigkeit. Unter anderem sind sie aktiv auf den UN-Klimakonferenzen und begleiten dort den Gender Action Plan. „Dies ist ein Plan, der viele Aktionen und Prinzipien beinhaltet, mit dem Ziel eine gendergerechte Klimapolitik zu implementieren.“ Einschließlich einer Genderbalance. Dies Bedeutet sicherzustellen, dass Frauen auf allen Ebenen in den Verhandlungen Teilhaben.

Hier geht’s zur Homepage von Gender CC https://gendercc.net/home.html

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Botschaften aus dem globalen Süden – Daiara Tukano

„Die Klimakrise begann für uns vor 500 Jahren“ antwortet Daiara Tukano, eine Indigene Vertreterin aus dem Amazonas Regenwald in Brasilien, auf die Frage wie sich die Klimakrise auf ihre gemeinden auswirke. „Sie begann mit dem Kolonialismus, der Invasion in unsere Territorien“. Seitdem würde der Wald „angegriffen“, gerodet und für Landwirtschaft oder Ressourcen ausgebeutet. „Es gibt keine Klimagerechtigkeit und Schutz der Biodiversität ohne kulturelle Vielfalt, ohne unser Wissen“. Die noch existierenden Territorien der indigenen Bevölkerung würden weltweit den größten Anteil der Biodiversität beherbergen und schützen.

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes.