Bananenschalen gegen die Klimakrise

Um der Klimakrise zu begegnen, braucht es nicht immer futuristische Technologien. In Uganda hat eine Gruppe Frauen mit einfachen Mitteln Erfolg.

Geschrieben von Dorothy Nalubega

Veröffentlicht in der Klimataz Sonderausgabe am 25.09.2020

Im Mai dieses Jahres trat der Fluss Nyamwamba in Uganda über die Ufer. Die Überschwemmungen waren so stark, dass Tausende ihr Zuhause verloren, von den Fluten vertrieben wurden und nicht wenige ertranken. Auch ein Krankenhaus war betroffen, die Patient*innen wurden evakuiert und in einer Schule untergebracht. Doch die medizinische Ausstattung fehlte dort. Und diejenigen, die davon abhängig waren, mit Sauerstoff versorgt zu werden, starben ebenfalls.

Auch dies sind die Auswirkungen der Klimakrise: Infrastruktur wie dieses Krankenhaus in Uganda wird zerstört, und Gelder, die gedacht waren, weitere Infrastruktur aufzubauen, müssen zum Wiederaufbau genutzt werden.

Neben den stärker werdenden extremen Wetterereignissen und folgenden Überschwemmungen sind es die Dürren, die unserer Landwirtschaft zu schaffen machen. Ugandas Wirtschaft ist aber abhängig von ihren Erträgen, 70 Prozent der Bevölkerung sind direkt oder indirekt im Agrarsektor beschäftigt.

Durch die Klimakrise verursachte Dürren und Überschwemmungen zerstören wirtschaftliche Existenzen und verursachen Armut und Hunger. Die soziale Ungleichheit verschärft sich, auch und insbesondere zwischen Frauen und Männern. Da Frauen vor allem in der Landwirtschaft beschäftigt sind, sind sie am stärksten von den Dürren und Fluten betroffen. Sie verbringen mehr Zeit auf dem Feld oder auf der Suche nach Nahrung, müssen weitere Wege gehen, um an Wasser zu gelangen. Dies raubt ihnen auch Zeit, die sie für Bildung, Lohnarbeit und politisches Engagement brauchen.

Keine Zeit, sich politisch einzumischen

Sie sind also damit beschäftigt, um das Überleben ihrer Familien zu kämpfen, statt sich einzumischen in Entscheidungen über Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen. Dabei wäre genau das wichtig – wenn wir die Klimakrise aufhalten und eine gerechte Gesellschaft aufbauen wollen.

Im Bestreben, Frauen zu unterstützen und gleichzeitig Umweltschutz voranzutreiben, haben wir – die Kkona Women Sustainable Agriculturists and Environmental Group – ein Projekt gegründet, das die eigene Herstellung von Briketts zum Ziel hat.

Briketts sind eine Alternative zu Holzkohle sowie gesammeltem oder gekauftem Feuerholz, das in Uganda und den meisten Teilen Afrikas zum Kochen verwendet wird. Denn Holzkohle ist teuer und – nicht zu vergessen – eine große Belastung für die Umwelt, da für sie Bäume gefällt werden müssen. Eine Gefahr für unsere Wälder und damit für die biologische Vielfalt.

Unsere Briketts zum Kochen werden stattdessen unter anderem aus Bioabfällen wie Bananen- und anderen Schalen gemacht. Mit Seminaren geben wir das Wissen um die Herstellung weiter. Die Frauen können sie dann selbst herstellen. Sie sparen damit nicht nur Geld und Zeit, wenn sie mehr produzieren, als sie selbst brauchen, können sie ihre Briketts verkaufen und sich somit ein Einkommen erwirtschaften. Unser Projekt, ins Leben gerufen von Frauen in Uganda schützt die lokale Umwelt sowie das globale Klima und unterstützt gleichzeitig andere Frauen existenziell.

Der Bildungsartikel ist gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Für den Inhalt dieser Publikation ist allein Institut of environmental justice e.V. verantwortlich; die hier dargestellte Position geben nicht den Standpunkt von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der anderen Förderer wieder.

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